Wie kann der Arbeitskräftebedarf in der Region langfristig gedeckt werden? Mit dieser Frage beschäftigte sich ein Gespräch zwischen Jürgen Mistol, grüner Landtagsabgeordneter, und der Arbeitsagentur Schwandorf. Ein zentraler Punkt war die Bedeutung der weiteren Unterstützung von Berufsvorbereitungsklassen.
„Berufsvorbereitungsklassen sind eine wichtige Investition in die Zukunft“, betonte Mistol. Gerade junge Menschen, die sozial und psychologisch begleitet werden, könnten sich besser entfalten, sicheres Mitglied der Gesellschaft werden und wertvolle Arbeit leisten. Die Unterstützung dieser Programme sei nicht nur ein sozialer Beitrag, sondern langfristig auch ein wirtschaftlicher Gewinn.
Ein Thema war auch die hohe Beschäftigungsquote ausländischer Staatsangehöriger. Aktuell liegt sie in der Region bei 60-70%: ein Wert, der sich kaum von der Beschäftigungsquote der deutschen Bevölkerung unterscheidet. „Das zeigt, wie wichtig Zuwanderung für unseren Arbeitsmarkt ist. Ohne ausländische Arbeitskräfte könnte die bayerische Wirtschaft in diesem Maß nicht funktionieren“, so Mistol. Zwischen 2014 und 2024 stieg die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung in Schwandorf um 21.465 Personen, davon waren 16.816 Zugewanderte.
Auch internationale Zusammenarbeit spielte eine Rolle: Die Arbeitsagentur berichtete von einem großen Interesse junger Menschen aus Kirgisistan, die mit guten Deutschkenntnissen nach Deutschland kommen wollen, um hier zu arbeiten. Besonders für die Region Cham gibt es bereits Anfragen. Um einen Brain Drain zu vermeiden, schlug die Arbeitsagentur vor, Deutschlehrer vor Ort zu fördern, damit junge Menschen gut vorbereitet werden, ob für eine Zukunft in ihrer Heimat oder in Deutschland.
„Der Arbeitskräftemangel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit. Wir müssen dafür sorgen, dass Zuwanderung gut begleitet wird: Mit Sprachförderung, Integrationsmaßnahmen und beruflicher Qualifizierung“, fasste Jürgen Mistol zusammen.